YOGA IN VALLOMBROSA, ein spiritueller Vormittag

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Die Abtei von Vallombrosa und darüber das „Paradisino“ (kleine Paradies), Rückzugsort der Mönche für Meditationen

Die Abtei und der Orden der Vallombrosaner wurden 1036 von dem Florentiner Giovanni Gualberto gegründet. Der stammte aus einer der vornehmsten und reichsten Familien der Stadt und zog sich in die Einsamkeit der Wälder auf 1000 Höhenmetern und 35 km von Florenz entfernt zurück, an einen Ort, der Acquabella (schönes Wasser) hieß.

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Das Rauschen eines Bächleins begleitet unseren Aufstieg zum „Paradisino“. Die Qualität des Wassers von Vallombrosa ist ausgezeichnet.

Der Orden – eine Splittergruppe der Benediktiner – war von der Simonie und Prunksucht der Amtskirche enttäuscht und zusammen mit seinen Anhängern suchte Gualberto ein Leben in Armut und Gebet. Auch das Studium war für die Vallombrosaner wichtig. Die Bibliothek der Abtei ist heute noch ein streng gehütetes Kleinod. Hier studierte übrigens auch der junge Galileo Galilei.

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Die romanische Straße führte einst ins benachbarte Casentinotal

Ein weiterer Pfeiler der Vallombrosaner ist der Bezug zu den Wäldern. Der Orden ist der Schutzpatron der Förster, ab dem 13. Jahrhundert pflanzten die Mönche gezielt Edeltannen an und lieferten Holz für den Bau der Palazzi von Florenz. Noch heute ist das experimentelle Arboretum neben der Abtei mit 1500 Spezies aus der ganzen Welt der größte seiner Art in Italien.

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Der Innenhof der Abtei mit Kosterapotheke

Treffpunkt ist dienstags um 10 Uhr am schmiedeeisernen Eingangstor der Abtei, die noch von drei Mönchen bewohnt wird. Zuerst sehen wir den Innenhof mit Klostergarten, wo Heilkräuter und Gemüse angebaut wurden. Linker Hand befindet sich die Apotheke, unter anderem bekannt für ihren Dry Gin aus Wachholderbeeren.

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In diesem Mauerspalt schlief und meditierte einer der Mönche

In der barocken Basilika befinden sich einige interessante Gemälde, darunter von Lorenzo Lippi. Wir gehen jedoch entlang der Abtei auf der romanischen Pflasterstraße, die einst die Abtei mit dem Casentinotal verband, um zu einigen der verstreut um die Abtei gelegenen Kapellen zu gelangen, die im Zuge der Gegenreformation gebaut wurden.

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Ein „Nachfahre“ der „Heiligen Buche“, von der es heißt, sie habe Gualberto das Leben gerettet, als sie des nachts die Blätter entfaltete und Gualberto – der unter ihr schlief – so vor dem Erfrieren durch einen plötzlichen Schneefall bewahrte

Nach einem Spaziergang um die Abtei treffen wir uns jeden Dienstag auf dem riesigen Rasen vor der Abbazia, wo ein ausgebildeter Yogalehrer eine Stunde abhält. Ein einzigartiges Erlebnis in der Frische der Wälder mit Blick auf die Abtei. Ende um ca. 13 Uhr.

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Nach der Besichtigung der Abtei und dem Rundgang zu Kapellen und der „Heiligen Buche“ wartet eine Yogastunde auf dem Rasen vor der Abtei.


OSTER-WANDERUNG: von Vallombrosa nach Secchieta

Ostern ist eine gute Zeit für alle, denen es gefällt wandern zu gehen. Die Tage sind schon angenehm lang und die Temperaturen erfreulich erträglich. Während man unten im Tal bereits im T-Shirt herumläuft, kann es passieren, dass oben in den Bergen über 1200 Meter durchaus noch Schnee liegt.

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Eine wunderbare 4-5 Stunden Ringwanderung von Vallombrosa nach Croce al Cardeto, Secchieta und retour.

Unser winterliches Trekking beginnt in Vallombrosa, Reggello, auf 1000 Höhenmetern. Wir parken an einem atemberaubend sonnigen Tag neben dem Restaurant Santa Caterina – leicht erkennbar an seiner runden, chaletartigen Holzarchitektur.

Ristorante S Caterina

Beim Restaurant Santa Caterina beginnen mehrere Wanderwege

Von hier aus kann man entweder am Restaurant links einen sehr steilen Hang Richtung Macinaia hochgehen, oder rechts am Restaurant vorbei einen breiten bequemen Weg wählen, der sich in weiten Serpentinenschleifen den Berg hochschraubt. Wir nehmen den rechten, bequemen Weg.

Zu Beginn der Wanderung sind die Sturmschäden des 5. März 2015 gut sichtbar, als der Wind die Bäume ganzer Hänge umgeweht hat, aber nachdem man die Schneisen passiert hat, geht es hinein in die dichten Tannen- und Fichtenwälder, die nach und nach in Buchenwälder übergehen. Der Weg ist stets ausgezeichnet beschildert und nach ca. einer halben Stunde wird die Landschaft märchenhaft weiß.

schnee vor macinaia

Der Schnee begleitet uns auf der ganzen Wanderung und zaubert ein Gefühl von Winter herbei

In Macinaia – der Name sagt schon, dass hier einst eine Mühle stand – muss man sich entscheiden: entweder kann man links den direkten Weg hoch nach Secchieta nehmen, der bequem ausgebaut ist. Oder man hält sich rechts, wo der Weg wenig später in einen schmalen Eselssteig mündet und zum Croce al Cardeto führt.

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Aussicht von der Capanna delle Guardie Richtung Valdarno

Wir halten uns rechts und gehen so die dem Valdarno zugewandte Seite entlang. Nach einiger Zeit gelangt man an einen Aussichts- und Picknickpunkt, an dem sich auch eine allen jederzeit offenstehende Hütte befindet – die Capanna delle Guardie.

gipfel croce al cardeto

Croce al Cardeto liefert eine atemberaubende Aussicht ins Arno- und Casentinotal

Nach einer weiteren knappen halben Stunde sind wir am Croce al Cardeto. An dieser Delle im Berg kreuzen sich mehrere Wanderwege mit der ungeteertem Panoramastraße, die im Sommer auch mit dem Auto befahrbar ist. Jetzt allerdings liegen auf der Straße an die 30 cm Schnee und so bleibt die breite Straße ganz den Wanderern vorbehalten.

Vom Croce al Cardeto kann man sowohl ins Arno- als auch ins Casentinotal sehen und eine herrliche Aussicht nach beiden Seiten genießen. Wir gehen nach links auf der Panoramastraße in Richtung Secchieta, das gut erkennbar ist, da hier etliche Antennenmasten aufgestellt sind.

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Ein Salami- oder Schinkenbrot bei Giuntini sind ein „Muss“, ansonsten gibt es im Restaurant seiner Tochter im unteren Stockwerk gepflegte Hausmannskost

In Secchieta befindet sich die einzige Bar / Osteria dieser Bergseite, eine Institution, die von herrlichen Schinken-und Käsebroten bis zu Hausmannskost eine breite Auswahl an lokalen Gerichten bietet.

Frisch gestärkt geht es an den Abstieg, der direkt gegenüber von Giuntini beginnt. Und in diesem Fall ist wirklich “Abstieg” gemeint, denn es geht steil nach unten. Auch dieser Weg ist gut gekennzeichnet, aber für die 45 Minuten bis nach Vallombrosa bedarf es einer gewissen Kondition im Abwärtsgehen, besonders wenn Schnee liegt.

nach vallombrosa

An Sturzbächen und Tannenwäldern vorbei geht es steil nach unten

Wir gelangen schließlich an ein Haus über Vallombrosa, das im Sommer Studenten der Forstuniversität beherbergt und von wo aus man eine tolle Aussicht über Vallombrosa Richtung Pontassieve und Florenz hat.

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Die Abtei von Vallombrosa birgt einen der best gehüteten Schätze der Toskana: die Bibliothek. Hier hat schon Galileo Galilei studiert.

Die letzten Minuten verfolgen wir den “Weg der Kapellen” nach unten zur Abtei von Vallombrosa. Ein Besuch in der Abtei, im Museum oder der Apotheke mit den berühmten Heilmitteln und Likören ist Pflicht, bevor wir nach weiteren 5 Minuten wieder am Auto sind.

Mittelschwere Wanderung, Dauer 4-5 Stunden