WANDERUNG in den “Balze” und Degustation in der Villa Poggitazzi

Poggitazzi

Villa Poggitazzi aus dem 13. Jahrhundert liegt für Ausflüge günstig direkt an der Panoramastraße Via Setteponti.

Mit die schönsten Panoramen des Valdarno bieten die Ländereien der herrschaftlichen Villa Poggitazzi aus dem 13. Jahrhundert. Hier finden sich auf 430 Hektar wunderschöne und leicht begehbare Wanderwege durch die charakteristischen “Balze”. Vor Jahrmillionen war das Tal der Grund eines Sees. Die Sedimente, die heute ein bisschen wie der Grand Canyon in Arizona anmuten, leuchten je nach Sonnenlicht in Gelb-, Rot- und Brauntönen.

schlagbaum

Der Einstieg in den Wanderweg von Via delle Cave

Wir parken in der Via delle Cave zwischen San Giovanni und Penna / Terranuova am Restaurant “I’Casolare” und gehen zuerst ca. 150 Meter auf der geteerten Straße Richtung Terranuova, bevor wir nach links einen breiten Feldweg nehmen und gleich einen Schlagbaum passieren.

cavadellefate

Der „Feengraben“ ist einer der schönsten Flecken des Valdarno.

Der Weg ist schattig und führt entlang einem Bach, der uns zur Rechten sanft gluckernd begleitet. Nach wenigen Minuten öffnet sich bereits das Panorama und gibt den Blick auf die wunderschönen Balze frei, die wie ein Amphitheater anmuten. Dieser Ort wird von den Einheimischen “Buca delle Fate” – (Feengraben) genannt, weil die Schatten hier bei Sonnenuntergang besonders magisch wirken und eine zauberhafte Atmosphäre entstehen lassen.

Passeggiata 3

Wie in einer verwunschenen Welt mit Blick auf Balze und Pratomagno.

Der Weg windet sich nach einiger Zeit eine Anhöhe hinauf zur Via Setteponti. Wir gehen ca. 200 Meter auf der asphaltierten Straße, bevor wir beim Schild “Montalto” wieder links in einen Feldweg zu einer kleinen Pfarrkirche aus dem 13. Jahrhundert abbiegen.

montalto

Bei der Kirche von Montalto biegen wir wieder von der Via Setteponti in einen Feldweg ein, der durch Weinberge zur Villa Poggitazzi führt.

Durch Felder und Weinberge wandern wir weiter zur Villa Poggitazzi, wo eine Degustation der verschiedenen Chiantiweine der Fattoria sowie von lokalen Produkten auf uns wartet. Nach ca. einstündiger Wanderung ist der Besuch der Villa eine willkommene Unterbrechung.

Signora

Die Hausherrin selbst empfängt die Gäste, führt durch den stilvollen italienischen Garten und zeigt den Weinkeller unter der Villa.

Neben der herrschaftlichen Villa mit ihrem italienischen Garten – im Frühjahr und Sommer beliebter Ort für Hochzeiten und Feste – kann man die traditionelle Ölmühle besichtigen. Wir werfen außerdem einen Blick in den unter der Villa gelegenen historischen Weinkeller.

bottiglie 2

Die Fattoria stellt Weißweine und Chiantiweine aus lokalen Sangiovese-Trauben sowie den charakteristischen Dessertwein Vinsanto her.

Bestens gestärkt, kehren wir auf einem kürzeren, ca. halbstündigen Weg zurück ins Tal. Dieser Weg ist anfangs steiler, aber immer breit und gut begehbar. Er führt in Teilen durch dichten Wald, wo man mit etwas Glück ein Reh oder einen Fasan erspähen kann.  Die Wege sind breit, aber es kann passieren, dass sie matschig sind, deshalb ist bequeme Kleidung und festes Schuhwerk zu empfehlen.


WANDERUNG NACH POGGITAZZI, Malva, Persignano

Gestern hat es geregnet. Deshalb suche ich mir heute eine leichte Wanderung, mit geteerten Straßen, um nicht mit den Schuhen im Matsch zu versinken. Was ich noch nicht weiß – das dicke Ende kommt am Schluß.

Der Weg CAI 35 beginnt kerzengerade gleich neben der Osteria I'Casolare

Der Weg CAI 35 beginnt kerzengerade gleich neben der Osteria I’Casolare

Es ist im Tal ein wenig neblig, ich parke mein Auto auf dem Grundstück der Osteria I’Casolare in der Via delle Balze, die San Giovanni mit Terranuova Bracciolini verbindet und von wo aus auch Verbindungsstraßen zur Via Setteponti hochführen. Der Wanderweg – gekennzeichnet CAI 35 – beginnt 50 Meter weiter rechter Hand. Zuerst ist der Weg sehr gerade und führt an ein paar verstreuten Häusern vorbei. Wie zersiedelt die Landschaft doch ist, für jedes einzelne Haus müssen Strom, Wasser, vielleicht auch Gas extra angeschlossen werden.

Wie ein Amphittheater - die balze im Nebel

Wie ein Amphitheater – die balze im Nebel

Zumindest die Aussicht von hier auf die “balze”, die zerklüfteten Sandsteinformationen, ist großartig. Wie ein Amphitheater formen sie ein Rund. Am letzten Haus passiere ich eine Schranke und der Weg wird schmal.

Jetzt geht es hinein in die mit Vegetation überwucherten Sandsteinhänge. Neben mir plätschert ein Rinnsaal den Weg entlang. Im Sommer wird es versiegt sein, aber jetzt verwandelt es den Weg ab und an in eine Matschgrube. Langsam beginnt der Anstieg hinauf zur Fattoria Poggitazzi.

Den Wildschweinen gefaellt der Matsch

Den Wildschweinen gefällt der Matsch

Der Sturm vom 5. März 2015 hat hier deutliche Spuren hinterlassen. Vor allem Pappeln sind umgeknickt wie Streichhölzer. Ab und zu muss ich über die Baumstümpfe steigen, aber der Weg bleibt trotzdem gut mit weiss-roten Streifen gekennzeichnet.

Villa mit langer Geschichte - die Fattoria Poggitazzi

Villa mit langer Geschichte – die Fattoria Poggitazzi

Dann mündet der Fußweg in der Nähe der Fattoria in einen breiteren, befahrbaren Weg und ich wende mich nach links. Die Fattoria Poggitazzi erstreckt sich über mehr als 400 Hektar Land. In den ebenen Flächen wird vor allem Getreide angebaut, aber es gibt auch viele Olivenhaine und Weinberge. Die Villa hat longobardische Ursprünge, sehenswert ist besonders der hübsche italienische Garten auf der Rückseite neben der kleinen Kapelle.

Die roten Beeren sind im November ein willkommener Farbklecks

Die roten Beeren sind im November ein willkommener Farbklecks

Ich wandere die von Zypressen und Pinien gesäumte Auffahrt der Fattoria entlang, vorbei an den einstigen Stallungen, die heute zu Apartments ausgebaut sind, Richtung Via Setteponti. Nach wenigen Minuten habe ich die Panoramastraße erreicht, verlasse den gekennzeichneten Wanderweg und gehe ab jetzt auf der Via Setteponti nach links, Richtung Malva.

Auch die Pferde darben nicht

Auch die Pferde darben nicht

Die gepflegten Olivenhaine, unter jedem Baum ein Häufchen Mist als Dünger, gehören noch zur Fattoria. Ich passiere einen madonnino, einen Madonnenschrein mit weißer Maria vor blauem Hintergrund, die man häufig in dieser Gegend findet. Die Leute hängen sehr an der Marienfigur.

Madonnenschrein

Madonnenschrein

In der kleinen Gemeinde Malva befindet sich in einer Kurve eine Bar mit viel Lokalkolorit. Als ich ankomme, ist gerade Mittagszeit. Im Ort befindet sich eine Schuhfabrik und die Arbeiter essen hier zu Mittag. Die freundliche Bedienung bereitet mir schnell ein mit finocchiona, frischer Fenchelsalami, belegtes Brot.

Persignano mit Kirche

Der Ortskern von Persignano mit Kirche

Dann trete ich den Rückweg an, immer auf der bequemen asphaltierten Strasse hinunter Richtung Persignano. Auf dem Weg erhasche ich immer wieder spektakuläre Ausblicke auf die balze.

Immer noch liegt der Nebel im Tal

Immer noch liegt der Nebel über dem Tal

Persignano ist ein hübscher kleiner charakteristischer Ort, der schon von den Römern gegründet wurde. Am Ortseingang liegt der lavatoio, das Becken, an dem früher die Frauen gemeinsam die Wäsche gewaschen haben – da hatten sie gewiss einiges zu erzählen. Die Einwohner hier haben offensichtlich ein Faible für Katzen aller Rassen und Farben, scheu schauen sie aus den Gärten, wenn ich vorbei gehe. Ich verlasse die Hauptstraße, um mich rechter Hand in die kleinen Gässchen um die Kirche zu begeben.

Die Schafe grasen auf dem Feld zwischen vom Sturm geknickten Bäumen

Die Schafe grasen auf dem Feld zwischen vom Sturm geknickten Bäumen

Entlang der Verbindungsstraße zwischen der Via Setteponti und der Via delle Balze unten im Tal liegen Gehöfte mit Hühnern und Schafen, dahinter Weinberge. Nach ca. 20 Gehminuten stoße ich wieder auf die Via delle Balze. 300 Meter weiter rechts liegt eine der besten Eisdielen des Valdarno, Il Parco Carabè, im Sommer würde ein Abstecher sich lohnen. Obwohl der Park weit abseits von großen Ortschaften liegt, pilgern an lauen Sommernächten nachmittags oder nach dem Abendessen lange Autokolonnen hierher auf ein Pistazieneis.

Das Wetter verschlechtert sich, der Himmel ist bedeckt und es droht ein Regenguss. Ich beeile mich, nach links zurück zum Auto zu gelangen. Das letzte Stück entlang der Straße zieht sich, dann sehe ich die Osteria I’Casolare – wo man im Sommer sehr gemütlich auf der Terrasse sitzt, das Essen ist auch empfehlenswert.

Osteria I'Casolare

Osteria I’Casolare

Und der Inhaber hat meinen Tag gerettet! Als ich am Auto ankomme, ist die Batterie leer – ich habe das Licht angelassen. In 5 Minuten hat der Inhaber sein Auto geholt und mit den Starthilfekabeln den Motor wieder in Gang gebracht. Ende gut – alles gut.