VALENTINSTAG im Zeichen der Kunst

Wie wäre es, den romantischen Valentinstag einmal im Zeichen der Kunst zu verbringen? Dabei muß es nicht immer Florenz, Rom oder Venedig sein. Das Wochenende vom 13./14. Februar bietet interessante Möglichkeiten, die vielseitigen Museen im Valdarno zu besuchen.

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Am Sonntag wird auch eine Museumsführung auf Englisch angeboten

Der “Cassero per la Scultura Italiana dell’Ottocento e del Novecento” beherbergt in Montevarchi auf drei Etagen ein in Italien einzigartiges Museum mit Skulpturen italienischer Künstler, darunter Michelangelo Monti, Timo Bortolotti, Arturo Stagliano und anderen. Am Sonntag, den 14.02., findet um 10:30 Uhr eine kostenfreie Führung in englischer Sprache statt, um 11 Uhr auf Italienisch. Eine Voranmeldung ist nicht notwendig.

Öffnungszeiten “Cassero per la Scultura Italiana dell’Ottocento e del Novecento” Samstag und Sonntag: 10-13 und 15-18 Uhr – Via Trieste,1 – Montevarchi – Eintritt: € 3,00 (ermäßigt € 1,00)

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Eine der drei bekannten Verkündigungen des Beato Angelico. Die anderen beiden Werke befinden sich in Cortona und im Pradomuseum von Madrid

Ein weiteres Museums-Highlight befindet sich in San Giovanni Valdarno: das Museo della Basilica. Hier kann man in mehreren Ausstellungssälen Renaissancewerke und Kirchenkunst betrachten. Bemerkenswert ist die “Verkündigung” des von Papst Johannes Paul II  selig gesprochenen Mönchs Beato Angelico, der die Elemente der Spätgotik mit der “modernen” Perspektive Masaccios zu verbinden suchte. Das Museum präsentiert außerdem Werke des Bruders von Masaccio, der von allen “der Splitter” genannt wurde.

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Detail der Verkündigung

Öffnungszeiten “Museo della Basilica” Samstag und Sonntag: 10-13 und 15:30-18:30 Uhr – Piazza Masaccio,7 – San Giovanni Valdarno – Eintritt: € 3,50 (ermäßigt € 2,50, Kinder unter 6 Jahren € 1,00)

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Hinter der romanischen Kirche von Cascia liegt das Museum mit dem „Tryptichon“ Masaccios

San Giovanni Valdarno ist die Geburtsstadt Masaccios, in seinem Geburtshaus finden regelmäßig Ausstellungen zeitgenössischer Kunst statt. Das erste bekannte Werk Masaccios, das “Tryptichon von San Giovenale”, welches der Künstler im Alter von einundzwanzig Jahren anfertigte, befindet sich jedoch im nahen Cascia bei Reggello. Im “Museo dell’Arte Sacra”, hinter der ebenfalls sehenswerten romanischen Kirche, lassen sich die Anfänge dieses Meisters der Frührenaissance bestaunen, der die Perspektive eines Brunelleschi mit der Sensibilität von Donatello verband.

Öffnungszeiten “Museo dell’Arte Sacra Masaccio” Samstag und Sonntag: 10-12 und 15-19 Uhr – Via Casaromolo,2/A – Cascia, Reggello – Eintritt: € 3,00 (ermäßigt € 2,50)

Wer an zeitgenössischer Kunst interessiert ist, für den hält das malerische kleine Dorf Loro Ciuffenna an den Berghängen des Pratomagno eine Überraschung bereit: im Geburtstort des Malers und Bildhauers Venturino Venturi kann man im zentral in der Gemeinde eingerichteten Museum eine Auswahl seiner Werke ansehen, darunter auch Studien zu Pinocchio.

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Im Museum sind Skulpturen und Bilder Venturino Venturis zu besichtigen

Öffnungszeiten “Museo Venturino Venturi” Samstag und Sonntag: 16-19 Uhr – Piazza Matteotti, 5 – Loro Ciuffenna – Eintritt: € 3,00 (ermäßigt € 2,50)


WIE ALLES BEGANN: die Ursprünge des Valdarno

“Gibt es auch Dinosaurier?”, fragen mich die Kinder immer mit großen Augen. Nein – die gibt es im Museo Paleontologico (Paläontologischen Museum) von Montevarchi nicht, aber vor Jahrmillionen lebten Elefanten, Nashörner und gefürchtete Jagdkatzen, die Säbelzahntigern und den heutigen Jaguaren ähnelten, im Valdarno. Das riesige Elefantenskelett am Eingang heißt hier übrigens „Gastone l’elefantone“ (Gastone, der Riesenelefant).

Fuer Kinder ein Highlight: das Museo Palaentologico in Montevarchi

Für Kinder ein Highlight: das Museo Paleontologico in Montevarchi

Warum ist das Arnotal zwischen Florenz und Arezzo etwas Besonderes? Das Kerntal des Arno zwischen Arezzo und Incisa ist ca 45 Kilometer lang und 12 Kilometer breit. Auf der einen Seite grenzt es an die Hügel des Chianti, auf der anderen Seite an die imposante Bergkette des Pratomagno, deren höchster Punkt 1592 Meter beträgt. In dieses Tal reichte vor 5 Millionen Jahren das Meer. Der Boden senkte sich weiter ab, so dass das Meer nicht mehr zurückfließen konnte. Zurück blieb ein See, der sich mit der Zeit in ein Sumpfgebiet verwandelte.

So koennte es hier einmal ausgesehen haben

So könnte es hier einmal ausgesehen haben

Das Klima war tropisch feucht und heiß. Weitere Jahrmillionen später wandelte sich das Klima und wurde kälter, Bären, Büffel und Hirsche bevölkerten das Tal.

Die Knochen einer Elefantendame wurden in Campitello gefunden

Die Knochen einer Elefantendame wurden in Campitello gefunden

Als der See verschwand, blieben Sandsteinformationen zurück, die im hiesigen Dialekt “balze” genannt werden. Sie erinnern ein klein wenig an den Grand Canyon in Arizona und haben auch Leonardo da Vinci gefallen, so dass er sie im Hintergrund der Mona Lisa gemalt hat.

Verwandte des Saebelzahntigers mit riesigen Eckzaehnen machten die Gegend unsicher

Verwandte des Säbelzahntigers mit riesigen Eckzähnen streiften durch die Gegend

Der Boden des Valdarno ist lehmig, weshalb schon die Römer hier viel Terracotta hergestellt haben. Der Name der Stadt Figline leitet sich ab vom lateinischen “Figuline”, was auf die Herstellung von Keramik- und Terracotta-Utensilien hinweist. Bis heute gibt es Lehmgruben. Die Böden sind darüber hinaus besonders fruchtbar. Schon vor 2000 Jahren wurde im Valdarno Korn angebaut, in der Renaissance galt die Gegend als Kornkammer der Medici. Und ab und zu geben die Böden das eine oder andere ihrer Geheimnisse preis, wenn Fossilien gefunden werden.

Ein Fund aus den 50er Jahren in einer Lehmgrube in San Giovanni

In den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts kamen diese Fundstücke in einer Lehmgrube in San Giovanni zum Vorschein

Interessante Entdeckungen kann man im Museo Paleontologico auch hinsichtlich der Menschheitsgeschichte machen. In Campitello bei Bucine wurden Speerspitzen entdeckt, bei denen ein spezieller Birkenklebstoff verwendet wurde, um sie am Schaft zu befestigen. Es sind die ältesten bekannten Werkzeuge mit Klebetechnik der Welt und ca. 200.000 Jahre alt. Zu sehen im Museum.

Die Direktorin des Museums, Elena Facchino, zeigt die Speerspitze mit Leimspuren (Nachbildung), die die Besucher auch anfassen duerfen

Die Direktorin des Museums, Elena Facchino, zeigt die Speerspitze mit Leimspuren (Nachbildung), die die Besucher auch anfassen dürfen

Das Museum in der Via Poggio Bracciolini 36-40 in Montevarchi hat von Donnerstag bis Sonntag von 10-13 und von 15-18 Uhr geöffnet.