SILVESTER 2015: Plan A bis Plan L

In Italien wird Silvester traditionell mit dem cenone, einem mindestens 7-gängigen Menü, begangen, das bis Mitternacht dauert. Gefeiert wird entweder zuhause mit Freunden, oder im Restaurant bei Livemusik, Tanz und Unterhaltung. Um Mitternacht geht man dann auf die Piazza, wo das Neue Jahr begrüßt wird. Dieses Jahr jedoch hatte ich mir ein Alternativprogramm ausgedacht.

Plan A
Ganz oben auf dem Pratomagnogebirge und nur über eine Schotterstraße und einen anschließenden halbstündigen Fußmarsch zu erreichen, liegt mitten im Wald eine Hütte, die Capanna delle Guardie. Sie wird von der Gemeinde Reggello betrieben und steht ohne Voranmeldung jedem offen. Dort gibt es einen Kamin, wo man wunderbar grillen kann und außerdem 9 Schlafplätze. Im Sommer war ich ab und zu dort und die Ruhe und Aussicht aufs Tal waren herrlich.

Croce al cardeto pale valle

Blick auf den Valdarno

Als ich meinen Plan einer Silvester-Grillfeier in 1400 Metern Höhe meinen Freunden verkünde, machen die allerdings schnell einen Rückzieher: zu anstrengend, zu kalt, zu ungemütlich. Am Ende willigen nur mein Sohn und einer meiner Freunde, M., ein – wohl damit ich die Unternehmung nicht alleine durchziehe. Zwei Tage vor Silvester eröffnet mir dann auch mein Sohn, dass er lieber mit Freunden feiert, wofür ich bei einem Teenager durchaus Verständnis habe.

Der Silvestertag ist schön und sonnig, dünne Nebelschleier hängen über dem Tal. Um 14 Uhr brechen wir auf, die Rucksäcke bis an den Rand vollgepackt mit: einer Axt zum Holzhacken, Wasser, Wein, Prosecco, Teller, Gläser, Besteck, Servietten, Grillgitter (man weiss ja nie), Grillfleisch, Karotten und Selleriestangen fürs pinzimonio (rohes, in handliche Stifte geschnittenes Gemüse wird als Beilage in Olivenöl und Salz gedippt), toskanisches Brot und Pecorino-Käse, Weintrauben. Und natürlich Taschenlampen und Kerzen, diavolina (Anzündhilfe) und Feuerzeug.

Auf dem Weg machen wir in Saltino bei Antonellas “La Gastronomia” Halt und nehmen eine ihrer herrlichen crostate als Nachtisch mit. Weiter gehts hinauf nach Secchieta auf 1449 Meter. Vor dem einzigen Lokal „Giuntini“ auf der Spitze des Berges stehen viele Autos. Die bisher sehr gut instand gehaltene, geteerte und zur Sicherheit an kritischen Stellen mit Salz bestreute Straße wird ab jetzt ein – allerdings gut befahrbarer – Schotterweg. Nach ca. 10 Minuten gelangen wir ans Croce (Kreuz) al Cardeto. Von hier aus führt ein breiter Weg direkt zur 1,3 km entfernten Hütte. Die Aussicht am Kreuz sowohl ins Arno-, als auch ins Casentinotal ist wunderschön.

Croce al cardeto pale croce

Croce al Cardeto

Allerdings stimmt mich besorgt, dass eine Menge Autos hier stehen, was selbst im Sommer selten der Fall ist. Schwer bepackt machen wir uns auf den Weg. Bald sehe ich rechts eine nachgebaute carbonaia. Früher lebten Menschen monatelang auf den Bergen und stellten aus Holz Kohle her. Es ist 15:30 Uhr, die Sonne beginnt zu sinken und die Temperaturen liegen unter dem Gefrierpunkt.

carbonaia

So wurde Holzkohle hergestellt

Plötzlich höre ich Stimmen und Hundebellen und eine Gruppe Wanderer, jeder mit einem Hund, kommt uns entgegen. Ich schöpfe Hoffnung, dass die Autos ihnen gehören. Nach wenigen Minuten entspringt rechter Hand eine Quelle dem Gestein. Der Pratomagno ist sehr wasserreich. Ich stelle schon mal den Prosecco kalt. Doch ich sollte mich zu früh gefreut haben.

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Die Capanna delle Guardie

Die Hütte ist bereits in Beschlag genommen, aus dem Kamin qualmt Rauch. Einige junge Leute zwischen 25 und 30 Jahren waren vor uns da. Sichtlich angetrunken wankt einer auf unsicheren Beinen mir entgegen. Auf dem Tisch stehen Kartons mit Bierflaschen. Sie sind zu acht, erfahre ich. Was tun?

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Herrliche Aussicht von der Capanna

Plan B
Ich meine mich zu erinnern, dass es weiter unten in Macinaia eine weitere Hütte gibt. Man kann zu Fuß von der Capanna delle Guardie hinlaufen, aber nachdem die Sonne nicht mehr sehr hoch steht, ist es besser zurück zum Auto zu gehen, nach Secchieta zu fahren, wo bei den Antennenmasten ein Wanderweg die 1,2 km nach Macinaia führt.

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Wanderweg Richtung Macinaia

Um 16:30 Uhr sind wir da, die Sonne steht mittlerweile tief. Der Weg ist sogar mit dem Auto befahrbar. Ich erinnere mich, dass dies extra so konzipiert wurde, damit auch alte und behinderte Leute im Sommer ein Picknick im Wald erleben können. Jetzt ist der Weg jedoch streckenweise vereist, so dass man das Auto besser oben stehen lässt.

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In Macinaia kreuzen sich viele Wanderwege.

Als wir schließlich in Macinaia ankommen sehe ich allerdings, dass dort keine brauchbare Hütte vorhanden ist, nur ein abgeschlossenes und umzäuntes Haus. Schade.

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Secchieta

Plan C
Als wir wieder oben in Secchieta sind, ist die Sonne im Begriff unterzugehen, ein magischer Moment. Ich erinnere mich an die kleine Hütte Grimaldi, die zwar genau an der Straße hinunter nach Saltino liegt und vor der ich bei der Herfahrt ein Auto gesehen hatte, aber wir wollen ja nichts unversucht lassen.

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Im Fürstentum Monaco steht dann die größere Version der Capanna Grimaldi

Wieder Fehlanzeige. Die kleine Hütte mit Kamin ist ebenfalls belegt, und zwar wiederum von Endzwanzigern mit riesigem Bierdurst. Ich frage mich, ob man wirklich in die Natur fahren muss, um sich dann doch nur zu betrinken?

Enttäuschung macht sich breit. An dieser Stelle hätten die meisten Freunde sich wahrscheinlich verabschiedet, doch nicht so M., der mit stoischer Ruhe die nächste Option aufnimmt.

Plan D
Wir fahren wieder hinauf nach Secchieta. Ich frage Signor Giuntini, der zusammen mit seiner Tochter die Bar und das Restaurant führt, ob er heute abend geöffnet hat. Trotz der ziemlich heruntergekommen wirkenden Einrichtung und der brummigen Art des Eigentümers ist die Küche empfehlenswert, besonders die hausgemachten crostini neri (Brotscheiben mit Hühnerleberaufstrich) sind sehr zu empfehlen. Giuntini verneint.

giuntini

Die Bar Giuntini ist eine Institution

Plan E
Es ist dunkel geworden, und damit wirklich kalt. Hütten fallen mir keine mehr ein, deshalb gilt es sich neu zu orientieren. Schließlich lehrt die Evolution, dass nur wer sich an die Gegebenheiten anpasst, weiterkommt. Ich schlage vor, ein Ristorante oder eine Pizzeria zu suchen, wo man à la carte essen kann und dann wieder hoch auf den Berg zum Croce al Cardeto zu fahren, wo man eine exzellente Aussicht aufs Tal hat und wenn das Wetter weiterhin mitmacht, man die Feuerwerke eines großen Teils des Valdarno sehen können müßte (in diesem Post kommt dem Konjunktiv eine bedeutende Rolle zu).

Die Frage ist nun, in welche Richtung wir fahren sollen. Den Valdarno kenne ich zu gut, deshalb schlage ich vor, es mit dem Casentinotal auf der anderen Seite des Berges zu probieren. Der Casentino ist ein abgeschiedenes Tal. Ein Regionalzug und eine Straße verbinden die kleinen Orte mit den geduckten, gemauerten Steinhäusern, die sich aneinander lehnen, damit sie nicht so verloren wirken. Von allen Tälern Arezzos ist es das ursprünglichste.

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Die Lichter von Montemignaio

Das hat natürlich seinen Charme. In Montemignaio, das hatte mir Giuntini noch verraten, haben die Restaurants heute geschlossen. Deshalb denke ich, wir sollten es zunächst auf der Consuma probieren. Die Consuma ist ein kleines charakteristisches Dorf und liegt an einer Passstraße nach Florenz, mit leckeren Forni und Pasticcerie (Bäckereien und Konditoreien), ideal für einen Sonntagsausflug.

Aber nicht an Silvester. In ein Restaurant an der Straße schaue ich kurz hinein. Drei Rentnerinnen sitzen schweigend um einen Tisch. Ein einsamer Mann starrt vor sich hin auf ein Glas Bier.

Plan F
Eine nette Dame empfiehlt das Lokal “Locanda Fonte allo Spino” an der Straße nach Castel San Nicolò. Es ist 18.30 Uhr. Zehn Minuten später haben wir es gefunden. Es hat heute geschlossen, sieht aber von außen sehr hübsch aus. Ich denke, das werde ich im Frühjahr nochmal ausprobieren.

Plan G und H
Im Grunde, sage ich mir, liegt ein ganzes Tal vor uns. Irgendeine Lösung werden wir finden. “Falls alles schief geht, haben wir genug zu essen und trinken, dann feiern wir im Auto”, meine ich zu M.

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Ein Fuchs kreuzt den Weg

Über verwinkelte Dörfer mit vielsagenden Namen wie “Omomorto” (toter Mann) und kurvige einsame Straßen fahren wir das Tal entlang. Ein Fuchs kreuzt die Straße und verschwindet ungerührt in den Büschen, ohne im Mindesten Angst vor Menschen oder Autos zu zeigen. “Sogar die Füchse wissen, dass sie hier eher etwas zu fressen finden als wir”, entgegnet M. trocken.

Schließlich erreichen wir Poppi. Das Castello hoch oben auf dem Hügel ist in zeitgemäß hippes grünes Licht getaucht. Poppi ist ein sehenswerter Ort. Im Castello befindet sich auch ein Modell der Schlacht von Campaldino von 1289. Zwischen Poppi und Pratovecchio lieferten sich Florentiner und Aretiner den alles entscheidenden Kampf. Florenz gewann und baute seine Herrschaft über die Toskana aus, die bis heute anhält. Dante Alighieri war dabei und hat darüber in seiner “Göttlichen Komödie” berichtet.

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Krippenfiguren in Poppi

In Poppi halten wir kurz an und ich schaue mir die in Originalgröße aufgebauten weihnachtlichen Krippenfiguren an. In diesem Augenblick kann ich lebhaft mit Maria und Josef mitfühlen, wie sie von einer Herberge zur anderen wanderten und nirgends aufgenommen wurden.

Auch die Osteria del Vecchio Ponte und eine weitere Pizzeria in Poppi veranstalten cenone und sind außerdem ausgebucht.

Plan I
Man gibt mir die Adresse von La Torricella, etwas außerhalb gelegen. Man muss den Hinweisschildern in Richtung des Zoos von Poppi folgen. Das Lokal ist sehr einladend. Im Sommer kann man draußen sitzen und aufs Castello schauen. Natürlich haben sie hier – erraten! – cenone mit Livemusik und Tanz. Fast bin ich am Punkt, alle Pläne über Bord zu werfen, mir ein mindestens 7-gängiges Menü zu genehmigen und den Rest des Abends zu schunkeln.

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Blick von „La Torricella“ aufs Castello von Poppi

Dann sehe ich Gäste eintreffen, in Porsche, Nerz und Smoking. Ich schaue kurz hinunter auf meine Jeans und lehmverkrusteten Trekkingschuhe und entsage auch dieser Option.

Plan J
Die netten Damen an der Rezeption von La Torricella hatten offensichtlich Mitleid und meinten überzeugt, in Pratovecchio oder Stia hätten sicher Pizzerien geöffnet.

Wir fahren durch Pratovecchio und finden “La Tana degli Orsi”, auch hier ein sehr schönes Ambiente. Die Besitzer decken gerade ein fürs cenone.

Plan K
Stia liegt nur wenige Kilometer weiter. Und siehe da, es geschehen noch Zeichen und Wunder: eine Pizzeria “Da Vincenzo” empfängt mit neapolitanischem Charme und farbenfroher Keramik an den Wänden.

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Totò ist eine Mischung aus Loriot und Didi Hallervorden

Von der Speisekarte schaut Totò – eine neapolitanische Mischung aus Loriot und Didi Hallervorden. Ich bestelle eine Pizza und schwöre, es war eine der besten, die ich je gegessen habe.

Plan L
Beim Essen läutet das Telefon. Der Sohnemann will nicht mehr mit seinen Freunden Silvester feiern, sondern lieber mit Mama. “Klar” sage ich, “wir kommen”. Damit hat sich der Plan, das Neue Jahr ganz oben auf dem Berg zu begrüßen, auch erledigt.

Um nicht den gleichen Weg zurück zu fahren wie wir gekommen sind, nehmen wir die Straße nach Rassina und Talla, die im Süden bei San Giustino in den Valdarno mündet.

Um 23 Uhr und nach schätzungsweise lockeren 250 Kilometern sind wir zuhause und fahren kurz vor Mitternacht mit dem Filius auf den Hügel, wo wir um Mitternacht gemeinsam anstoßen.

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Silvester

Meine Erkenntnisse und Vorsätze für 2016?

  • Ich schlage M. fürs Bundesverdienstkreuz vor.
  • Italien hat wunderschöne Traditionen. Wenn man sich allerdings aus dem Mainstream ausklinken will, sollte man das möglichst gut organisieren.

In diesem Sinne: tanti auguri!

PS: Am Neujahrstag gab es dann Grillplatte – zuhause.

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Zu viele Stops: kurz vor dem Ziel streikte selbst Google Maps


AB INS KLOSTER: Besuch in Camaldoli

Die hölzerne Tür hinter mir fällt ins Schloss und es ist dunkel – stockdunkel. Ich versuche den Türgriff zu ertasten, aber da ist keiner. Vielleicht, denke ich, ist es eines dieser Schlösser mit Druckknopf. Ich taste am Scharnier entlang, kann aber keinen Knopf ausmachen. So versuche ich an der Wand einen Lichtschalter zu finden. Fehlanzeige!

An der Rezeption hatte mir die junge Dame gesagt, dass es im Kloster keine Telefonverbindung gibt, nur im Gemeinschaftsraum ist Wifi zu empfangen. Ich muss lachen und sehe schon die Schlagzeile: “In Klosterzelle vergessen!” Das fängt ja gut an.

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Kloster Camaldoli liegt ca. eine halbe Autostunde von Arezzo entfernt im Casentinotal

Dann nehme ich ein paar Meter weiter einen ganz dünnen Lichtstrahl wahr: ein Fenster. Schnell stolpere ich über diverse Möbel dem Streifen entgegen und stoße den Fensterladen auf.

Das Zimmer ist einfach ausgestattet, aber groß und gut beheizt, das Bad mit Dusche bietet ebenfalls angenehmen Komfort und Wärme.

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Kloster Camaldoli

Das Benediktinerkloster Camaldoli liegt im Casentinotal, dem abgelegensten aller Täler um Arezzo. Es wurde vor ca. 1000 Jahren vom Hl. Romuald gegründet und besteht aus dem Kloster und in einiger Entfernung einer Einsiedelei – dem “Eremo”.

Das Kloster steht jedem offen. Hier kann man entweder an den Seminaren und dem regulären Klosterleben der 22 Mönche teilnehmen, oder unabhängig seine Zeit inmitten der Natur verbringen. Als ich das Kloster besuche, ist auch eine Yogagruppe anwesend, die sich nur zu den Mahlzeiten zu den restlichen Gästen gesellt.

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Das Symbol des Klosters Camaldoli: zwei Tauben, die aus demselben Kelch trinken

Die Einsiedelei liegt demgegenüber auf ca 1100 Metern Höhe und die 7 hier verbliebenen Mönche – darunter ein Deutscher – teilen ihre Häuser nur mit ernsthaft an spirituellen Wegen Interessierten. Dieser gelebte Dualismus – zum einen nimmt das Kloster gerne Gäste auf und ist auch anderen Religionen gegenüber offen und auf der anderen Seite existiert die vollkommene Abgeschiedenheit der Einsiedelei – wird vor Ort durch zwei Tauben versinnbildlicht, die aus dem gleichen Kelch trinken.

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Wald so weit das Auge reicht

Es ist schon Nachmittag und vor dem Abendessen möchte ich noch einen Spaziergang zum Eremo unternehmen und folge der Straße linker Hand. Ich meine mich an ein Verkehrschild zu erinnern, auf dem es hieß, der Eremo sei 2 Kilometer entfernt, finde aber nach etlichen Kurven heraus, dass es nicht 2 sondern 8 Kilometer waren.

Was tun? Es wäre zu schade, die Einsiedelei nicht zu besuchen, deshalb schlage ich einen schnelleren Schritt an. Immer höher schraubt sich die kurvige Straße hinauf in die Einsamkeit. Dass die Winter hier kalt und lang sind und der Schnee oft meterhoch liegt, belegen die gelb-schwarzen Markierungsstecken am Straßenrand.

Die Wolken hängen tief und kleine Tropfen rieseln auf mich herab. Rechts und links sehe ich Wanderwege abzweigen und ein paar Nordic-Walking-Wanderer und Mountainbiker kommen mir entgegen.

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In der Einsiedelei leben noch 7 Mönche

Nach eineinhalb Stunden erreiche ich den Eremo. Die geduckten Häuschen der Mönche kann man nicht besichtigen, dafür aber die mit Holz ausgekleidete Zelle des Hl. Romuald. Er nahm es mit dem Alleinsein sehr genau, sogar das Essen wurde durch eine Durchreiche in der Wand gebracht.

Zelle des Hl. Romuald

Neben dem Eremo – wie auch unten im Kloster – gibt es eine Apotheke, wo die von Mönchen und Mitarbeitern in dem zum Kloster gehörenden Bauernhof “La Mausolea” hergestellten Kosmetikprodukte, Wein, Kräuterteemischungen und Honig, sowie der berühmte Lorbeerlikör “Laurus 48” verkauft werden.

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Hier leben in einem abgeschlossenen Bereich die Mönche

Die Produkte von Camaldoli sind bekannt und beliebt, und so habe ich Glück, dass die Apotheke auch am späteren Nachmittag gut besucht ist und ich eine Mitfahrgelegenheit zurück ins Kloster erhalte.

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Die Stelle, an der das Kloster erbaut wurde, trug auch den Namen Fontebuona – gute Quelle

Mit Einsetzen der Dämmerung kehre ich auf einer nur 3 Kilometer langen, direkteren Straße zurück nach Camaldoli.

Das Abendessen im Kloster ist bemerkenswert gut: es gibt Polenta mit Pilzen, danach unpaniertes Schnitzel mit Tomatensoße, gekochte Kartoffeln und dazu Salat. Der klostereigene Rotwein “Borbotto” schmeckt einfach und genuin.

Nach dem Abendessen mache ich noch einen Abstecher in die “Bar” des Klosters. Hier kann man sich je nach Wunsch spezielle Kräuterteemischungen zusammenstellen lassen. Die Luft in der Bar duftet nach Orange, Lakritze, Fenchel und Anis.

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Die Klosterapotheke geht aufs 14. Jahrhundert zurück

Das stete Rauschen des am Kloster vorbei fließenden Wildbachs läßt mich sanft ins Reich der Träume gleiten. Am nächsten Morgen schaue ich in der Klosterkirche vorbei. An den Wänden hängen einige von Giorgio Vasari gemalte Tafeln. Auch erfahre ich, dass sich hier Marsilio Ficino und Lorenzo de‘ Medici trafen. Das Kloster war in der Renaissance – trotz seiner Abgelegenheit, oder vielleicht gerade deswegen – eine bedeutende Begegnungsstätte.

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Die Decke der Klosterkirche

Bevor ich nach Hause fahre, decke ich mich noch mit Produkten aus der Apotheke, sowie aus der bekannten Schiacceria Tassini  direkt gegenüber dem Kloster mit Brotfladen (schiacciata) und verschiedenen Torten und Gebäck ein.

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Original schiacciata bei Tassini

Kloster Camaldoli liegt ca. eine halbe Autostunde von Arezzo entfernt. Nachdem man Bibbiena passiert hat, ist die Straße ausgeschildert. Eine alternative Urlaubsidee, die mir gut gefallen hat.