DAS RÖMISCHE FLORENZ

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Wo sich heute die Piazza della Signoria und der Palazzo Vecchio befinden, stand einst das römische Theater, ein Riesending mit mehreren Tausend Sitzplätzen. Die Zukunft von Florenz hatte sich um 59. v. Chr. entschieden, als Caesar das nahezu unbewohnte Gelände am Fluss Arno für seine pensionierten Legionäre erspähte. Flugs wurde in Manier eines römischen Castrums eine Stadt erbaut. Die Mitte um das einstige Forum Romanum war die heutige Piazza della Repubblica. Von hier gingen die rechtwinkligen Straßen ab.

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Um die Piazza Signoria wurde, wie gesagt, ein Theater für Komödien, Tragödien und Pantomime angelegt. Daneben befanden sich die – stets gut frequentierten und für alle zugänglichen Thermen. Gegenüber dem Palazzo Vecchio – wo heute das Geschäft von Chanel seinen Laden hat – befanden sich zu Römerzeiten die Latrinen, fortschrittlich schon damals, inklusive Bidet.

Auf der Seite der Loggia dei Lanzi hingegen wurden Tuche getrocknet. An der Größe des Areals kann man erkennen, dass schon damals nicht nur die Tuche der Einwohner bearbeitet wurden, sondern weitaus mehr Material, das heißt, dass der Handel mit Tuchen schon zu Römerzeiten stattfand.

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Unter dem Palazzo Vecchio werden seit einigen Jahren Ausgrabungen unternommen, die die verschiedenen Ebenen des Theaters, aber auch die darüberliegenden Schichten der Renaissance freilegen.

Bis ins 2. Jahrhundert nach Christus erlebte Florenz durch die Römer einen Aufschwung, doch mit dem Ende des römischen Reiches verfiel zusehends auch die Stadt. Das Theater wurde zur Müllhalde und einem Steinbruch, aus dem man sich zum Hausbau bediente.

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Die Rundung des Amphitheaters ist deutlich an den Häusern in der Via Torta (der schiefen Straße) abzulesen

Gleich hinter dem Palazzo Vecchio, dort wo heute die Kirche San Firenze liegt, war zu Römerzeiten ein Isistempel untergebracht – was für die religiöse Toleranz der Einwohner sprach. Nur ein paar Straßen weiter – aber außerhalb der einstigen Stadtmauern, neben der heutigen Basilika von Santa Croce – lag dagegen das Amphitheater. Man wollte die Hooligans, die sich bei Gladiatorenspielen und Gepardenkämpfen abreagierten, wohl ein bisschen auf Abstand halten.


PETRARCA: Geburtshaus in Arezzo

Die Besteigung des Berges Ventoux war für Petrarca 1336 ein Schlüsselerlebnis: „Und es gehen die Menschen hin, zu bestaunen die Höhen der Berge, die ungeheuren Fluten des Meeres, die breit dahinfließenden Ströme, die Weite des Ozeans und die Bahnen der Gestirne und vergessen darüber sich selbst.“ (Confessiones X, 8) Die Natur ist nicht mehr wie zu Zeiten des Hochmittelalters feindlich und abweisend, sondern wird bestaunt und erfahren. Außerdem stellt er einen Bezug zum Selbst her und rückt das Individuum in den Blick des Lesers.

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Ein Zahn, ein Stück Schädelknochen, ein Stoffrest – das ist von Petrarca (rechtes Bild) bis heute erhalten

Geboren wurde der große Poet, Geschichtsschreiber und – zusammen mit Dante und Boccaccio – Begründer des Humanismus am 20. Juli 1304 in Arezzo. Die Familie war aus dem Einflußgebiet von Florenz verbannt, da sie sich im Streit zwischen Guelfen und Ghibellinen zur Fraktion “weißen” Guelfen bekannt hatte (die Guelfen standen an und für sich auf Seiten des Papstes, während die Ghibellinen kaisertreu waren; die „weißen” Guelfen waren zu einem Kompromiss mit dem Kaiser bereit, während die „schwarzen“ Guelfen Hardliner waren; letztere behielten in Florenz die Oberhand, die Gegner – darunter auch Dante – wurden deshalb verbannt).

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Die Bibliothek stammt aus Beständen des Arztes und Literaten Francesco Redi (17. Jahrhundert).

Im Geburtshaus Petrarcas sind noch Spuren des Grundrisses des Hauses aus dem 14. Jahrhundert vorhanden, auch wenn später Veränderungen vorgenommen wurden. Besichtigen kann man einen Saal mit Gemälden und Reliquien, wie einen Zahn oder ein Stück Stoff seines Mantels.

In der angrenzenden Bibliothek finden sich Bücher des Petrarca aus den folgenden Jahrhunderten, sowie Bücher des sogenannten Petrarkismus, einer Liebeslyrik, die den Minnesang ablöste und den Stil Petrarcas imitierte.

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Im Park oberhalb des Geburtshauses von Petrarca wurde dem Dichter ein ästhetisch diskutables Monument errichtet und 1928 vom König Vittorio Emmanuele eingeweiht.

Noch vor Vollendung des ersten Lebensjahres zog Petrarcas Familie wieder nach Incisa im Valdarno – die Familie stammte aus dieser Gegend – und später nach Frankreich. Im Laufe seines Lebens kehrte Petrarca 1350 noch einmal nach Florenz und Arezzo zurück.