KASTELL CENNINA und seine Konzerte

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Reste des Cassero und der Mauern sind sichtbare Zeichen einer turbulenten Geschichte.

Das Ambratal auf dem Weg nach Siena ist bezaubernd. Sanfte Hügel bieten dem Blick ständig wechselnde satt- und mattgrüne Panoramen, die nur hie und da mit Natursteinhäusern und kleinen Weilern gesprenkelt sind, aus denen nachts warmgelbe Lichter mit den Sternen um die Wette strahlen.

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Auf einem dieser Hügel stehen die Reste des ehemaligen Kastells Cennina. Die vorteilhafte Lage lässt vermuten, dass der Ort bereits etruskische und römische Nutzer kannte. Im Mittelalter muss es ein einigermaßen wichtiger Aussichtspunkt gewesen sein, da man von hier auf 477 Höhenmetern sowohl den Valdarno, als auch das Ambratal Richtung Siena im Blick hatte.

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Eine Fotoausstellung zeigt, wie es hier vor 50 Jahren aussah.

Ein erstes gesichertes Datum 1167 verweist auf den Bau des Ghibellinen-Herzogs Brandaglia Alberigo d’Uguccione. In den folgenden Jahrhunderten geriet das Kastell wiederholt zwischen die Sieneser und Florentiner Fronten und wechselte mehrmals den Besitzer, bevor es im 14. Jahrhundert dann endgültig dem Florentiner Machteinfluss unterworfen wurde.

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Im Sommer finden erstklassige Konzerte klassischer Musik statt. Die Akustik ist ausgezeichnet.

In Schneckenhauswindungen erklimmt die Straße den Hügel mit den Burgresten, wo sich stimmungsvoll restaurierte Natursteinhäuser – errichtet mit den Steinen des ehemaligen Kastells – aneinander reihen. Oben angekommen, lassen die meterdicken Mauern des Cassero erahnen, dass dieser Ort mit allen Mitteln verteidigt wurde.

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Markenzeichen Schnauzer und Gentleman-Aplomb: die Seele von Cennina ist Osvaldo Righi.

Eine Zisterne bildet den Mittelpunkt der Piazza und um sie kuscheln sich eng die verwinkelten Häuser aneinander, den Rundungen der einstigen Befestigungsmauer folgend. Die Natur holt sich den Ort zurück, Efeu und Rosen wuchern üppig entlang der Natur- und Backsteinmauern empor und lassen kaum die Augen der Fenster offen. Es scheint, als befände man sich mitten im Märchen von Dornröschen.

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Der Prinz, der den Ort wachküsste, lebt seit 50 Jahren hier. Osvaldo Righi versucht mit Freunden, Helfern und Freiwilligen seit Ende der 60er Jahre das Anwesen zu erhalten und zu restaurieren. Im Sommer organisiert er außerdem hochklassige Konzerte internationaler Musiker. Ebenfalls bekannt ist Cennina für seine Keramik, mit deren Verkauf auch die Restaurierung finanziert wird. Im Weiler kann man im Sommer Apartments mieten. Die Lage zwischen Florenz, Siena und Arezzo ist ja nun bekanntermaßen günstig, in früheren Zeiten unter militärischen Gesichtspunkten, heute unter touristischen (aber im Grunde ist das einerlei). Was bleibt, ist der Zauber, den der Ort ausstrahlt.

 

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