PETRARCA: Geburtshaus in Arezzo

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Die Besteigung des Berges Ventoux war für Petrarca 1336 ein Schlüsselerlebnis: „Und es gehen die Menschen hin, zu bestaunen die Höhen der Berge, die ungeheuren Fluten des Meeres, die breit dahinfließenden Ströme, die Weite des Ozeans und die Bahnen der Gestirne und vergessen darüber sich selbst.“ (Confessiones X, 8) Die Natur ist nicht mehr wie zu Zeiten des Hochmittelalters feindlich und abweisend, sondern wird bestaunt und erfahren. Außerdem stellt er einen Bezug zum Selbst her und rückt das Individuum in den Blick des Lesers.

dente

Ein Zahn, ein Stück Schädelknochen, ein Stoffrest – das ist von Petrarca (rechtes Bild) bis heute erhalten

Geboren wurde der große Poet, Geschichtsschreiber und – zusammen mit Dante und Boccaccio – Begründer des Humanismus am 20. Juli 1304 in Arezzo. Die Familie war aus dem Einflußgebiet von Florenz verbannt, da sie sich im Streit zwischen Guelfen und Ghibellinen zur Fraktion “weißen” Guelfen bekannt hatte (die Guelfen standen an und für sich auf Seiten des Papstes, während die Ghibellinen kaisertreu waren; die „weißen” Guelfen waren zu einem Kompromiss mit dem Kaiser bereit, während die „schwarzen“ Guelfen Hardliner waren; letztere behielten in Florenz die Oberhand, die Gegner – darunter auch Dante – wurden deshalb verbannt).

biblioteca

Die Bibliothek stammt aus Beständen des Arztes und Literaten Francesco Redi (17. Jahrhundert).

Im Geburtshaus Petrarcas sind noch Spuren des Grundrisses des Hauses aus dem 14. Jahrhundert vorhanden, auch wenn später Veränderungen vorgenommen wurden. Besichtigen kann man einen Saal mit Gemälden und Reliquien, wie einen Zahn oder ein Stück Stoff seines Mantels.

In der angrenzenden Bibliothek finden sich Bücher des Petrarca aus den folgenden Jahrhunderten, sowie Bücher des sogenannten Petrarkismus, einer Liebeslyrik, die den Minnesang ablöste und den Stil Petrarcas imitierte.

monumento

Im Park oberhalb des Geburtshauses von Petrarca wurde dem Dichter ein ästhetisch diskutables Monument errichtet und 1928 vom König Vittorio Emmanuele eingeweiht.

Noch vor Vollendung des ersten Lebensjahres zog Petrarcas Familie wieder nach Incisa im Valdarno – die Familie stammte aus dieser Gegend – und später nach Frankreich. Im Laufe seines Lebens kehrte Petrarca 1350 noch einmal nach Florenz und Arezzo zurück.

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