FAMILIE GUICCIARDINI: Pieve a Pitiana, Reggello

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Pieve a Pitiana in Donnini, Ort der Gemeinde Reggello

Wie Perlen an einer Schnur sind entlang der Straße Setteponti von Florenz nach Arezzo die einfachen, aber charmanten Pfarrkirchen aufgereiht, die im Italienischen Pieve heißen. Die erste der Reihe – aus Florenz kommend – ist die malerische Pieve a Pitiana in der Gemeinde Reggello. Dank ihrer wunderschönen Terrasse mit Aussicht auf den Valdarno ist die Kirche heute eine geschätzte Hochzeitslocation.

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Aussicht beinahe bis Florenz

Einiges deutet darauf hin, dass ein erstes Gebäude bereits vor dem Jahr 1000 errichtet wurde. Den Campanile gab es bereits im Jahr 1028. In späteren Jahrhunderten wurde ein Portikus hinzugefügt. In ihrem Inneren birgt sie drei Gemälde von Ridolfo del Ghirlandaio. Eines der drei Gemälde war 1946 illegal vom Pfarrer verkauft worden und wurde erst 1999 von den Carabinieri bei einem Florentiner Antiquitätenhändler wieder ausfindig gemacht und sicher gestellt.

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Der Glockenturm besteht seit fast 1000 Jahren

Direkt an der Pieve ist eine Fattoria angebaut, die der berühmten Florentiner Familie Guicciardini gehört. Die Guicciardini waren seit der Renaissance im 14. Jahrhundert eine der einflussreichsten politischen Stimmen der Stadt. Der Politiker, Schriftsteller und Historiker Francesco Guicciardini, ein Zeitgenosse Macchiavellis, schrieb die Geschichte Italiens in zwanzig Bänden. Im Unterschied zum pessimistischen Macchiavelli entwarf Guicciardini eine positivere Sicht auf den Menschen.

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Guido Guicciardini ist hier aufgewachsen

Bis nach dem Zweiten Weltkrieg umfassten die Ländereien der Guicciardini um Pieve a Pitiana 1200 Hektar Land, das großenteils aus Olivenhainen, Weinbergen und Wald bestand und vom Fluß Arno im Tal bis zur Bergspitze auf dem Pratomagno reichte. Vor den Guicciardini hatte die Familie der Cavalcanti im 15. Jahrhundert das Gut inne. Hier trafen sich der Humanist Marsilio Ficino mit Cavalcanti und Lorenzo “Il Magnifico”, Mitglieder der “Neuplatonischen Akademie”.

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Erinnerungstafel an die Treffen der „Neuplatonischen Akademie“ zwischen 1469 und 1474

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