MIT DEM E-BIKE entlang der Via Setteponti

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Je langsamer man sich fortbewegt, desto mehr sieht man. Das Fahrrad ist ein super Fortbewegungsmittel, man ist schneller als zu Fuß, sieht viel und hat Spaß. Und noch besser, wenn man sich dabei nicht abmühen muß, da ein Motor bei den Steigungen die Arbeit übernimmt.

Die Via Setteponti ist die ideale Straße, um ein E-bike auszuprobieren. Sie ist ziemlich eben, in gutem Zustand, bietet atemberaubende Panoramen, eine entspannende Natur zwischen Olivenhainen, Feldern und Wäldern. Dazu kann man nach Lust und Laune kulturelle Stops in romanischen Kirchen oder Museen einlegen, Degustationen machen oder charakteristische kleine Dörfer besichtigen. Es ist wirklich für jeden Geschmack etwas dabei und auch mit Kindern machbar.

Mori

Fahrrad-, Mountainbike- und E-bike-Verleih Mori in Cascia, Reggello

Wir starten in Cascia, Reggello, in der Hauptstraße bei Mori, wo man sich neben Straßenfahrrädern auch Mountainbikes mit und ohne Hilfsmotor leihen kann. Zuerst geht es an der romanischen Kirche von Cascia vorbei auf die SP1 Via Setteponti.

Ich habe mir die einfachste Variante des E-bikes ausgesucht. Es ist kinderleicht zu bedienen und funktioniert tadellos. Man kann drei verschiedene Stärken einstellen und mit der bestmöglichen Hilfestellung fahre ich die Berge quasi ganz von allein hinauf.

Piandisco

Neben der romanischen Kirche gibt es auch eine Bar zum Ausruhen

Die erste Station auf der Via Setteponti von Cascia kommend ist Pian di Scò, wo man die über 1000 Jahre alte romanische Kirche anschauen kann. Dann gelangen wir nach Castelfranco. Die Abtei Badia a Soffena ist einen Stop wert. In der Kirche befinden sich Fresken des Bruders von Masaccio, der “Lo Scheggia” – der Splitter – gerufen wurde. Wir fahren auch in das rechtwinklige, malerische Dorf Castelfranco und gönnen uns einen Cappuccino und ein Eis auf der Piazza, bis es vom Glockenturm bimmelt und zur Weiterfahrt mahnt.

Badiaasoffena

Die mit Fresken verzierte Abtei Badia a Soffena eingangs von Castelfranco. Auch ein Abstecher in das kleine Dorf lohnt sich.

Dann geht es weiter Richtung Certignano. In der Fattoria kann man einen typischen lokalen Chianti-Wein verkosten, aber das heben wir uns für die Rückfahrt auf.

Certignano

Auf der Piazza von Certignano

Hinter Certignano machen wir einen kleinen Abstecher nach Piantravigne. Der Ort bietet herrliche Ausblicke auf die “Balze”, Sandsteinsedimente eines Jahrmillionen alten Sees. Mit dem Motor mache ich gerne Abstecher nach rechts und links, da ich mich nicht anstrenge. Nur ist es ratsam, immer bergab oder auf einigermaßen ebener Strecke anzufahren, der Motor kommt nach einer halben Pedalumdrehung in Gang.

Piantravigne2

In Piantravigne hat man einen tollen Ausblick auf die „Balze“. Rechts im Bild ein öffentlicher Waschtrog.

Ich staune, wie viel man auf dem Fahrrad sieht. Ein Reh springt vorbei, Bauern beschneiden die Olivenbäume, Rentner werkeln im Schrebergarten. Die Luft riecht nach Frühling und die Vögel zwitschern.

Persignano

Der Ortsname Persignano stammt vom Lateinischen „Pagus Persinianus“.

In Malva – wo es auch eine Bar am Wegrand gibt – ist der nächste Abstecher nach Persignano fällig. Auch dieser kleine Ort liegt auf der Spitze eines Hügels und bietet einen wunderschönen Ausblick ins Tal.

montemarciano

Montemarciano – ein Ort wie aus einer anderen Zeit, wo die Uhren langsamer zu ticken scheinen.

Wieder auf der Via Setteponti fahren wir weiter bis nach Montemarciano, wo wir das mittelalterliche Tor durchqueren. Der Ort entwickelt sich praktisch entlang einer einzigen Straße. Die drei Damen auf der Parkbank – die älteste ist 97 Jahre alt – lassen sich durch uns nicht aus der Ruhe bringen und sind gerne für einen Plausch zu haben.

montemarciano donne

Montemarciano sollte man nicht verpassen.

Das heutige Ziel erreichen wir nach ca. 1-1,5 Stunden Fahrzeit von Cascia an gerechnet: das Dorf Loro Ciuffenna mit dem etruskischen Namen (weil er auf -enna endet) ist der Eingang zur Bergwelt des Pratomagno. In Loro machen wir eine Pause auf der zentralen Piazza. Anschauen könnte man hier das Museum des zeitgenössischen Malers Venturino Venturi, sowie eine der schönsten romanischen Kirchen des Tals, die Pieve di Gropina, die etwas außerhalb von Loro Ciuffenna auf einem Hügel liegt – dank E-bike kein Problem.

loro

Eines der „100 schönsten Dörfer Italiens“: Loro Ciuffenna

Man könnte natürlich auch noch weiterfahren auf der Via Setteponti, über San Giustino und Castiglion Fibocchi bis zur Brücke Ponte a Buriano, die Leonardo da Vinci im Hintergrund der Mona Lisa verewigt hat. Aber wir drehen um und verkosten in der Fattoria di Certignano zusammen mit den Besitzern deren Chianti-Wein (bei einer Verkostung werden nur sehr geringe Mengen Alkohol konsumiert). Von Anstrengung nach dem halbtägigen Ausflug keine Spur und besonders in der Vor- und Nachsaison sehr empfehlenswert!

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