WIE ALLES BEGANN: die Ursprünge des Valdarno

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“Gibt es auch Dinosaurier?”, fragen mich die Kinder immer mit großen Augen. Nein – die gibt es im Museo Paleontologico (Paläontologischen Museum) von Montevarchi nicht, aber vor Jahrmillionen lebten Elefanten, Nashörner und gefürchtete Jagdkatzen, die Säbelzahntigern und den heutigen Jaguaren ähnelten, im Valdarno. Das riesige Elefantenskelett am Eingang heißt hier übrigens „Gastone l’elefantone“ (Gastone, der Riesenelefant).

Fuer Kinder ein Highlight: das Museo Palaentologico in Montevarchi

Für Kinder ein Highlight: das Museo Paleontologico in Montevarchi

Warum ist das Arnotal zwischen Florenz und Arezzo etwas Besonderes? Das Kerntal des Arno zwischen Arezzo und Incisa ist ca 45 Kilometer lang und 12 Kilometer breit. Auf der einen Seite grenzt es an die Hügel des Chianti, auf der anderen Seite an die imposante Bergkette des Pratomagno, deren höchster Punkt 1592 Meter beträgt. In dieses Tal reichte vor 5 Millionen Jahren das Meer. Der Boden senkte sich weiter ab, so dass das Meer nicht mehr zurückfließen konnte. Zurück blieb ein See, der sich mit der Zeit in ein Sumpfgebiet verwandelte.

So koennte es hier einmal ausgesehen haben

So könnte es hier einmal ausgesehen haben

Das Klima war tropisch feucht und heiß. Weitere Jahrmillionen später wandelte sich das Klima und wurde kälter, Bären, Büffel und Hirsche bevölkerten das Tal.

Die Knochen einer Elefantendame wurden in Campitello gefunden

Die Knochen einer Elefantendame wurden in Campitello gefunden

Als der See verschwand, blieben Sandsteinformationen zurück, die im hiesigen Dialekt “balze” genannt werden. Sie erinnern ein klein wenig an den Grand Canyon in Arizona und haben auch Leonardo da Vinci gefallen, so dass er sie im Hintergrund der Mona Lisa gemalt hat.

Verwandte des Saebelzahntigers mit riesigen Eckzaehnen machten die Gegend unsicher

Verwandte des Säbelzahntigers mit riesigen Eckzähnen streiften durch die Gegend

Der Boden des Valdarno ist lehmig, weshalb schon die Römer hier viel Terracotta hergestellt haben. Der Name der Stadt Figline leitet sich ab vom lateinischen “Figuline”, was auf die Herstellung von Keramik- und Terracotta-Utensilien hinweist. Bis heute gibt es Lehmgruben. Die Böden sind darüber hinaus besonders fruchtbar. Schon vor 2000 Jahren wurde im Valdarno Korn angebaut, in der Renaissance galt die Gegend als Kornkammer der Medici. Und ab und zu geben die Böden das eine oder andere ihrer Geheimnisse preis, wenn Fossilien gefunden werden.

Ein Fund aus den 50er Jahren in einer Lehmgrube in San Giovanni

In den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts kamen diese Fundstücke in einer Lehmgrube in San Giovanni zum Vorschein

Interessante Entdeckungen kann man im Museo Paleontologico auch hinsichtlich der Menschheitsgeschichte machen. In Campitello bei Bucine wurden Speerspitzen entdeckt, bei denen ein spezieller Birkenklebstoff verwendet wurde, um sie am Schaft zu befestigen. Es sind die ältesten bekannten Werkzeuge mit Klebetechnik der Welt und ca. 200.000 Jahre alt. Zu sehen im Museum.

Die Direktorin des Museums, Elena Facchino, zeigt die Speerspitze mit Leimspuren (Nachbildung), die die Besucher auch anfassen duerfen

Die Direktorin des Museums, Elena Facchino, zeigt die Speerspitze mit Leimspuren (Nachbildung), die die Besucher auch anfassen dürfen

Das Museum in der Via Poggio Bracciolini 36-40 in Montevarchi hat von Donnerstag bis Sonntag von 10-13 und von 15-18 Uhr geöffnet.

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